Vorwort zur ersten Auflage Vorwort zur zweiten Auflage Vorwort zur Volksausgabe
Am Ruppiner SeeWustrau Karwe I Karwe II Radensleben I Radensleben II 1. Ein Gang durch die Stadt. Die Klosterkirche 2. Die Grafen von Ruppin 3. Die Zeit unter den Grafen bis zum Dreißigjährigen Krieg 4. Andreas Fromm 5. Kronprinz Friedrich in Ruppin 6. General von Günther 7. Karl Friedrich Schinkel 8. Michel Protzen 9. Gustav Kühn 10. Johann Christian Gentz 11. Wilhelm Gentz 12. »Civibus aevi futuri« 13. Am Wall
Die Ruppiner GarnisonRegiment Prinz Ferdinand Nr. 34 1742 bis 1806 Das Regiment Prinz Ferdinand während des Siebenjährigen Krieges Das Regiment Prinz Ferdinand während der Rheincampagne 1793 und 1794 Das Regiment Prinz Ferdinand während der Friedensjahre von 1795 bis 1806 Das Regiment Prinz Ferdinand bei Auerstedt 14. Oktober 1806 Das Regiment Prinz Ferdinand bis zur Kapitulation von Pasewalk, 29. Oktober Nachspiel Regiment Mecklenburg-Schwerin Nr. 24 Das 12. Reserve-Infanterieregiment 1813 Das 24. Infanterieregiment 1815 Die Friedensjahre (von 1815 bis 1848) Das 24. Regiment im Kriege gegen Dänemark 1864 Das 24. Regiment im Kriege gegen Österreich 1866 Das 24. Regiment im Kriege gegen Frankreich 1870 und 1871
Rheinsberg1. Die Kahlenberge. Französische Kolonistendörfer. Einfahrt in Rheinsberg. Der Ratskeller. Unter den Linden. Das Möskefest 2. Die Rheinsberger Kirche 3. Das Schloß in Rheinsberg. Anblick vom See aus. Die Reihenfolge der Besitzer. Die Zimmer des Kronprinzen. Die Zimmer des Prinzen Heinrich 4. Prinz Heinrich. Der Rheinsberger Park. Herr von Reitzenstein und der verschluckte Diamant. Der Freundschaftstempel. Das Theater im Grünen. Das Grabmal des Prinzen 5. Der große Obelisk in Rheinsberg und seine Inschriften Zwischen Boberow-Wald und Huwenow-See oder Der Rheinsberger Hof von 1786 bis 1802 Major von Kaphengst Graf und Gräfin La Roche-Aymon Köpernitz Zernikow
Die Ruppiner SchweizDie Ruppiner Schweiz: Am Molchow- und Zermützel-See Zwischen Zermützel- und Tornow-See Die Menzer Forst und der Große Stechlin
An Rhin und DosseDas Wustrauer Luch Walchow Protzen Garz Das Dosse-Bruch Friedrichs II. Besuch im Rhin- und Dosse-Bruch Neustadt a. D. Prinz Friedrich von Hessen-Homburg Eberhard von Danckelmann Wusterhausen a. D. Trieplatz - Ein Kapitel von den Rohrs »Der Hauptmann von Kapernaum« Der Akazienbaum Urania von Poincy Tramnitz
Auf dem PlateauGanzer Frau von Jürgaß, geborene von Zieten Gottberg Kränzlin Lindow Gransee
Gentzrode1. Von der Gründung Gentzrodes 1855 bis zum Tode von Johann Christian Gentz 1867 2. Vom Tode des alten Johann Christian Gentz (1867) bis zum Bau des Gentzroder Herrenhauses 1877 3. Die Turmknopf-Urkunde 4. Vom Bau des Gentzroder Herrenhauses 1877 (?) bis zum Mai 1880. Der Krach. Der Prozeß. Alexander Gentz' Übersiedelung nach Stralsund. Sein Tod. Versuch einer Charakteristik seiner selbst und seines 5. Gentzrode von 1881 bis jetzt
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Neustadt a. D.
Auf der langen Bohlenbrücke,
Drüber unsre Schritte dröhnen,
Wandeln wir mit heitrem Blicke
In die Stadt; kühl sind die Straßen,
Blank die Steine, kannst du's fassen?
Du betrittst sie ganz alleine.
Wer kennte nicht Neustadt? Aber wenn es einerseits zu den Städten gehört, von denen die Welt nur den Bahnhof kennt, so gehört es andererseits zu denen, die beständig verwechselt werden.
Uns gegenüber im Coupé sitzt eine blasse Dame von sechsunddreißig und mustert abwechselnd das Bahnhofstreiben und das Bahnhofsgebäude.
»Neustadt an der Dosse... Hier ist ja wohl eine Forstakademie?«
Der Angeredete, den ich meinen Lesern kurzweg als einen Onkel Bräsig der Neustädter Territorien vorstellen möchte, verbeugt sich artig und antwortet: »Nein, meine Gnädigste, die Forstakademie ist in Neustadt-Eberswalde.«
»Richtig. Ich meinte ein Irrenhaus.«
»Bitte um Entschuldigung, das ist auch in Neustadt-Eberswalde.«
»Aber ich dächte doch...«
»Ganz richtig, hier ist ein Gestüt.«
»Ein Gestüt?«
»Ja. Sehen Sie dort.«
»Aber mein Gott das ist ja eine Kirche.«
»Verzeihung, ich meine weiter links, dort, wo die Pappeln stehen.«
»Ah, so; dort.«
»Es gibt nämlich, wenn Sie sich dafür interessieren...«
»Oh, bitte.«
»... ein königliches und ein Landesgestüt, und durch Heranziehung arabischer.. |
.«
»Ah, so... Wie weit haben wir noch bis Wittenberge?«
Der Zug rasselt inzwischen weiter. Nur der Leser und ich sind ausgestiegen, um Neustadt, an dem wir zahllose Male vorübergefahren, endlich auch in der Nähe kennenzulernen. Ein anmutiger Spaziergang, bei sinkender Septembersonne, führt uns ihm entgegen. Unterwegs, von einer Brückenwölbung aus, erfreut uns der Blick über einen weiten Wiesengrund und die kanalartig regulierte Dosse. Fünf Minuten später haben wir die Stadt erreicht, eine einzige Straße, darauf rechtwinklig eine andere mündet. Da, wo sich beide berühren, erweitern sie sich und bilden einen Marktplatz, an dem die »Amtsfreiheit« und die Kirche gelegen sind. Am äußersten Ende der Längsstraße das Gestüt. Auf einen Besuch dieser berühmten Vorbereitungsstätte für unsere Kavalleriesiege verzichten wir und begnügen uns damit, unsere Aufmerksamkeit auf Stadt und Vorstadt und insonderheit auf die Geschichte beider zu richten.
Diese (wenigstens bis in die zweite Hälfte des siebzehnten Jahrhunderts) ist in wenig Zeilen erzählt.
Burg oder Schloß Neustadt gehörte 1375, wie das Landbuch Kaiser Karls IV. ausweist, dem Lippold von Bredow. Später an die Ruppiner Grafen übergehend, war es zeitweilig den Quitzows, den Bredows, den Rohrs verpfändet, bis es, nach dem Erlöschen des gräflichen Hauses von -Ruppin (1524), dem Kurfürsten zufiel. Aber neue Pfandinhaber folgten, und erst 1584 kam es erb- und eigentümlich an Reimar von Winterfeldt. Die Winterfeldts besaßen es bis zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges, an dessen Ende wir Neustadt plötzlich in eine Epoche berühmter historischer Namen eintreten sehen. Es waren dies:
Feldmarschall Graf Königsmarck von 1644 bis 1662;
Prinz Friedrich von Hessen-Homburg von 1662 bis 1694;
Eberhard von Danckelmann (nicht als Besitzer, aber als kurfürstlicher Amtshauptmann) von 1694 bis 1697.
Nach dieser Zeit hören die historischen Namen wieder auf, und »Amt Neustadt« wird ein kurfürstliches respektive königliches Amt wie andere mehr.
Aus der Graf Königsmarckschen Zeit ist wenig zu berichten. Der Graf hat mutmaßlich seine Neustädter Besitzungen nie gesehen, begnügte sich vielmehr damit, sie durch seinen Regimentsquartiermeister Liborius Eck in allerdings mustergiltiger Weise verwalten zu lassen. 1662 ging das Gut, wie schon vorstehend erwähnt, an den Hessen-Homburger Prinzen über, wodurch ein Zeitabschnitt eingeleitet wurde, bei dem wir eingehender zu verweilen haben werden.. |